ProjektbeschreibungIm Leitprojekt Sport!
Jugend! Agiert! bündelt die dsj ihre sozialen Aktivitäten und Projekte
im Kinder- und Jugendsport. Aktueller Schwerpunkt sind Maßnahmen zum
Umgang mit Rechtsextremismus im Sport.
Die Integration von sozial
Benachteiligten sowie von Menschen mit Migrationshintergrund und der
Kampf gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus sind dauerhafte
gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die nur durch die aktive tagtägliche
Beteiligung vieler Kräfte gemeinschaftlich geleistet werden können.
Die Deutsche Sportjugend hat das Potenzial, vorhandene Kräfte zu bündeln
und zielgerichtet weiter zu entwickeln, um so Vielfalt, Toleranz und
Demokratie zu fördern.
Wer in seinem konkreten
Lebensumfeld Vielfalt, Toleranz und Demokratie positiv erlebt, kann
leichter ein Gefühl für die grundsätzliche Bedeutung dieser Werte
für das gesellschaftliche Zusammenleben entwickeln und ist auch eher
bereit sich in seinem eigenen Handeln an diesen Werten zu orientieren.
Der organisierte Sport,
als auch seine Untergliederungen – muss/müssen
Die Bekämpfung von Rassismus,
Antisemitismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung von Minderheiten
ist eine dauerhafte gesamtgesellschaftliche Aufgabe und zunehmend auch
für den Sport eine große Herausforderung.
Sportlerinnen und Sportler
mit Migrationshintergrund werden bei Sportgerichtsurteilen vergleichsweise
häufiger und/oder härter bestraft als Sportlerinnen und Sportler ohne
Migrationshintergrund. Zudem ist festzustellen, dass vermehrt rassistische
Äußerungen auf dem Spielfeld fallen.
Die im Auftrag des Bundesinstituts
für Sportwissenschaften durchgeführte Studie zur Wandlung des Zuschauerverhaltens
im Profifußball (Zip-Studie) belegt, dass Rassismus zum Fußballalltag
gehört. Die rechtsextreme Szene hat ihre Strategie gewandelt und kommuniziert
nun mittels versteckter Codierungen von rechtsextremen Einstellungen
und einem entsprechenden Symbolsystem, das oft nur für Insider erkennbar
ist.
Rechtsextreme Orientierungen
sind bundesweit auf dem Weg, vom Rand in die Mitte der Gesellschaft
vorzudringen. Verschiedenen Umfragen belegen, dass fast 20 Prozent aller
Deutschen entsprechendem Gedankengut zuneigen. Erfolge rechtsextremer
Parteien bei Kommunal- und Landtagswahlen sind ein Indiz für diese
bedenkliche Entwicklung.
Offensichtlich eröffnen
vor allem große soziale Probleme Rechtsextremisten besondere Chancen
für ihr Wirken. Dort wo soziale Integration misslingt, wo Arbeitslosigkeit
und schlechte ökonomische Rahmenbedingungen für viele Menschen mit
sehr realen Problemen verbunden sind, wächst auch die Akzeptanz für
rechtsextreme Parteien, Gruppen und Organisationen in der Bevölkerung.
Rechtsextremes Handeln
ist keine Bagatelle, sondern zielt auf die Abschaffung von Demokratie
und Menschenrechten. Es bedient sich dabei zunehmend bestehender Strukturen
oder breitet sich dort aus, wo demokratische Strukturen zivilgesellschaftlicher
Organisationen fehlen oder zurückgehen.
Organisationen des rechtsextremen
Spektrums versuchen zur Zeit mit unterschiedlichen Strategien, die Attraktivität
des Sports für ihre Zwecke zu nutzen bzw. zu missbrauchen: